Kolloquium: Soziale Roboter

In Science-Fiction-Filmen wurden sie sowohl als gefährliche Maschinen präsentiert, die das menschliches Überleben bedrohen, wie auch als freundliche Begleiter des alltäglichen Lebens. Mittlerweile haben Roboter schon längst Einzug gehalten ins menschliche Leben: Menschenähnliche oder tierartige Roboter, wie beispielsweise die Robbe Paro, werden in der Gesundheitsfürsorge eingesetzt, Sexroboter kompensieren die Defizite menschlicher Beziehungen, intelligente Geräte hören Gesprächen zu und kümmern sich um diverse Bedürfnisse – es scheint, man kommuniziert mehr mit der Technologie als mit anderen Menschen. Dank künstlicher Intelligenz können sie zudem Stimmungen und Emotionen analysieren und entsprechend darauf reagieren. Der Einsatz von «sozialen Robotern» und ihrer vermeintlichen Empathie wirft viele soziologische, psychologische, wirtschaftliche, philosophische und rechtliche Fragen auf. Die Veranstaltung findet im Rahmen einer aktuellen Studie von TA-SWISS statt, die sich mit den Einsatzmöglichkeiten und Risiken von sozialen Robotern befasst, die Empathie simulieren und Emotionen auslösen. Im Zentrum stehen die neuen Herausforderungen in der Beziehung zwischen Mensch und Maschine. An dem Kolloquium werden die beiden Wissenschaftler Prof. Dr. Oliver Bendel und Prof. Dr. Hartmut Schulze sowie die Schweizer Künstlerin Simone C. Niquille mit kurzen Inputs das Themenfeld abstecken und in einem Podiumsgespräch die aufgeworfenen Fragen diskutieren. Das Publikum ist selbstverständlich eingeladen, mitzudiskutieren. Der Event wird von Roland Fischer, Wissenschaftsjournalist, moderiert. Elisabeth Ehrensperger, Geschäftsführerin TA-SWISS, und Sabine Himmelsbach, Direktorin HeK, werden in den Abend einführen. Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) wird zum Thema Maschinenethik referieren. Er ist Experte in den Bereichen E-Learning, Wissensmanagement, Social Media, Mobile Business, Avatare und Agenten, Informationsethik sowie Maschinenethik. Zu seinen wichtigsten Disziplinen sind seit der Jahrtausendwende Informationsethik, Maschinenethik und Roboterethik geworden. Bücher wie „Handbuch Maschinenethik“, „350 Keywords Digitalisierung“, „Die Moral in der Maschine“, „Pflegeroboter“ und „Maschinenliebe“ sind in diesen Bereichen angesiedelt. Prof. Dr. Hartmut Schulze (Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW) wird die im Juli 2019 gestartete Studie «Roboter, Empathie und Emotionen» von TA-SWISS, deren Resultate voraussichtlich im Frühjahr 2021 vorliegen werden, vorstellen. Er ist Institutsleiter des Instituts für Kooperationsforschung und -entwicklung und forscht u.a. in der Gestaltung der Mensch-Roboter-Interaktion und Förderung von deren Akzeptanz. Die in der Ausstellung Real Feelings vertretene Schweizer Künstlerin Simone C. Niquille wird ihr Projekt Homeschool: Roboter als Mitbewohner vorstellen. Der Einzug autonomer Haushaltsgeräte bringt eine Reihe von Fragen zur häuslichen Privatsphäre und der architektonischen Gestaltung von Privaträumen mit sich. Für die autonome Navigierung und Erkennung von Objekten und Räumen, werden diese zukünftigen maschinellen Mitbewohner mit künstlicher Intelligenz ausgestattet. Das Projekt Homeschool zeigt das Trainingsmaterial, das zur Entwicklung der KI benutzt wird und untersucht dies in Hinsicht auf die Gestaltung unser häuslichen Zukunft. Der Event wird auch per Live-Stream auf Instagram @hek_basel übertragen. Später kann die Veranstaltung auf Vimeo nachgeschaut werden.